Wie widerstehen Photovoltaik-Carports an der Küste Salzsprühnebel und starken Winden?
Küstennahe „Agri-Photovoltaik“-Projekte stellen hohe Anforderungen an PV-Carports: Beständigkeit gegen Salznebel und starke Winde sowie die Vermeidung von Wasseransammlungen. Ungeeignete Materialwahl oder Konstruktionsfehler bergen ein hohes Risiko für spätere Korrosion und Verformung. Lösungen für solche Umgebungen lassen sich im Allgemeinen in zwei Kategorien einteilen: wasserdichte Aluminiumlegierungssysteme und verzinkte Kohlenstoffstahlsysteme. Beide nutzen unterschiedliche Mechanismen, um Salznebel und Wind zu widerstehen.

Die Salzsprühbeständigkeit von wasserdichten Aluminiumlegierungssystemen (wie z. B. "Typ I"-DesignDie Korrosionsbeständigkeit beruht auf der dichten Oxidschicht, die sich natürlich auf der Aluminiumoberfläche bildet und die Korrosion durch Chloridionen verhindert. In Kombination mit Komponenten aus Edelstahl SUS304 bietet das System eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit. Integrierte Entwässerungskanäle verhindern zudem längere Wasseransammlungen und beseitigen so eine Hauptursache für Korrosion direkt an der Quelle. Aufgrund des geringen Gewichts der Aluminiumlegierung sind spezielle Querschnittskonstruktionen und ein engerer Stützenabstand erforderlich, um die notwendige Stabilität zu gewährleisten. Dadurch eignet sich das System ideal für Carports mit kleinen bis mittleren Spannweiten.

Für verzinkte Kohlenstoffstahlsysteme (wie z. B. die "Typ C"-DesignDie Verzinkung dient als primärer Korrosionsschutz; die äußere Zinkschicht korrodiert als Opferschicht und schützt so den darunterliegenden Stahl. Optimierte kaltgeformte C-Profile gewährleisten eine gleichmäßige Spannungsverteilung und hohe Steifigkeit und bieten dadurch eine hervorragende Stabilität gegenüber Wind- und Schneelasten – ideal für weitgespannte Konstruktionen und windreiche Gebiete. Wird die Beschichtung jedoch beim Transport oder der Montage beschädigt, kann Salznebel in die beschädigte Stelle eindringen, was eine sorgfältige Reparatur vor Ort erforderlich macht.

Beide Systemtypen sind TÜV-zertifiziert und verfügen über vormontierte Komponenten. Dadurch werden Schweiß- und Nassarbeiten vor Ort minimiert und somit indirekt die Korrosionsrisiken bei Küsteninstallationen reduziert. Bei der Systemauswahl empfiehlt sich Aluminiumlegierung, wenn ein geringes Gewicht, eine ansprechende Optik und eine integrierte Wasserdichtigkeit im Vordergrund stehen. Verzinkter Kohlenstoffstahl ist die pragmatischere Wahl, wenn strukturelle Stabilität und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen. Letztendlich ist eine fachgerechte Korrosionsschutzbehandlung der Verbindungsstellen entscheidend für eine langfristige Witterungsbeständigkeit.
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